077 Wissen reicht nicht: Warum Vorbereitung dich im Akutfall ruhig macht

Shownotes

Wissen reicht nicht: Warum Vorbereitung dich im Akutfall ruhig macht

Viele Pferdebesitzer:innen sagen: „Ich kümmere mich darum, wenn es so weit ist.“

Doch genau das ist der Punkt.

Im Akutfall übernimmt nicht dein Wissen – sondern dein Nervensystem.

In dieser Episode erfährst du:

Warum Lernen nichts mit Schwarzmalerei zu tun hat

Weshalb Vorbereitung emotionale Immunisierung ist

Warum „We cross the bridge when we come to it“ ein Luxus ist – und was es dafür braucht

Weshalb die größte Angst vieler Pferdebesitzer:innen der Tod ihres Pferdes ist

Und wie du dir im Vorhinein Klarheit schaffst, statt im Moment zu frieren

Sicherheit entsteht nicht im Notfall. Sie entsteht vorher.

🎓 Sicher im Akutfall

„Sicher im Akutfall“ ist kein Drama-Kurs. Er ist ein klarer Handlungsrahmen.

Du lernst:

Wie du in Notfallsituationen ruhig bleibst

Wie du Phase und Problem unterscheiden kannst

Welche Schritte wirklich sinnvoll sind – und welche nicht

Wie du dich innerlich strukturierst, bevor du handelst

Für alle, die aufhören wollen, reflexhaft zu reagieren und beginnen wollen, bewusst zu entscheiden.

👉 Hier geht’s zum Kurs: https://rubilistic.at/akutfall/

Im Podcast empfohlene Episoden: 011 Ist Euthanasie wirklich der letzte Akt von Gnade? 012 Wie du dein tier (Hund) in den Tod begleiten kannst 013 Wie funktioniert Pferdehospiz 014 Was, wenn ich mein junges Pferd aufgrund von Schmerzen schnläfern muss

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Transkript anzeigen

Hufgeflüster – 077 Wissen reicht nicht: Warum Vorbereitung dich im Akutfall ruhig macht

Schön, dass du da bist.Mein Name ist Robina Michelic, du kannst mich aber gerne Rubi nennen.

Ich begleite engagierte Pferdebesitzer und Fachleute dabei, Prozesse einzuordnen, bevor sie eskalieren. In diesem Podcast Hufgeflüster sprechen wir über Zyklen, Energie und Entscheidungssicherheit. Denn nicht jedes Symptom ist ein Problem und nicht jeder Moment verlangt ein Eingreifen.

Wenn du aufhören willst, reflexhaft zu handeln und beginnen willst, bewusst zu entscheiden, dann begleite ich dich hier.

Ich starte heute mit einer kleinen Geschichte.

Ich bin mein wundervolles Pferd jetzt fast zwei Monate nicht geritten. Nicht aufgrund einer Trainingspause. Wir haben regelmäßig gearbeitet, hauptsächlich Bodenarbeit, viel Schrittarbeit und auch Arbeit im Stehen auf der Matte. Aber das Wetter hat das Reiten einfach nicht sinnvoll ermöglicht.

Zum einen mag mein Pferd es nicht, wenn man ihn angreift, wenn er nass ist – und ganz ehrlich: Ich würde mich auch nicht auf ihn setzen, wenn er nass ist. Zum anderen hatten wir extremes Eis, sodass man kaum vernünftig vorwärtsgekommen ist. Das war einfach der Grund.

Wir haben regelmäßig etwas gemacht – aber von Dezember, als das Wetter so begonnen hat, bis Ende Jänner bin ich eigentlich nicht geritten.

Und letzte Woche war es dann so weit.

Ich habe den Sattel geholt. Mein Pferd steht im Offenstall, etwas weiter oben. Ich bin mit dem Sattel zu ihm gegangen, er hat ihn noch nicht gesehen, hat geblubbert und ist mir entgegengekommen. Für mich ist das der Idealfall.

Es gibt auch Momente, wo er mich mit dem Sattel sieht und weggeht. Dann weiß ich ganz klar: Gut, heute reiten wir nicht, ich schaue mir an, was los ist.

Aber diesmal war es kein Säumen. Er ist zu mir gekommen.

Ich habe den Sattel draufgelegt – und was dann passiert ist:Er war so motiviert, dass er sofort Richtung Viereck gestartet ist.

Obwohl ich den Sattel wirklich erst draufgelegt habe. Er lag noch nicht korrekt, ich hatte noch nicht festgegurtet. Und mein Sattel ist neu. Und sehr fancy. Und ich liebe ihn.

Im ersten Moment war ich nur:„Hey, bleib stehen. Ich will nicht, dass dieser Sattel jetzt runterfällt.“

Er ist immer wieder stehen geblieben, ich bin ihm hinterher gehechelt. Immer wenn ich einen halben Meter entfernt war, ist er wieder weitergegangen. So sind wir gemeinsam Richtung Viereck.

Ich habe innerlich meinen Sattel festgezittert, bis wir oben waren. Am Viereck hat er mich dann freudig empfangen. Gott sei Dank hat der Sattel gehalten – er liegt eindeutig sehr gut auf seinem Rücken.

Ich habe alles befestigt, wir sind geritten, und es war wunderschön.

Was mich immer wieder überrascht: Selbst wenn wir solche Pausen machen, habe ich nicht das Gefühl von Rückschritt. Im Gegenteil. Dinge, die vorher nicht gingen, funktionieren plötzlich. Bei ihm arbeitet das alles weiter.

Aber diese Motivation – die war für mich besonders. Die hatten wir viele Jahre nicht.

Und dann habe ich darüber nachgedacht, woher die kommt.

Meine Mama hat immer gesagt:

„Lernen ist Vorfreude auf dich selbst.“

Dieser Satz hat mich durch meine Schulzeit und mein Studium begleitet.

Wenn ich nicht gut vorbereitet war, war ich extrem nervös. Ich dachte: Hoffentlich kommen nur die Fragen, die ich kann. Hoffentlich reicht mein Wissen. Ich war crazy nervös.

Aber wenn ich richtig gut gelernt hatte, habe ich mich fast auf die Prüfung gefreut. Ich wusste: Jetzt kann ich zeigen, was ich kann.

Nicht, weil ich alles wusste.Sondern weil ich wusste, ich kann mit dem umgehen, was kommt.

Dieses Gefühl ist einfach – entschuldige den Ausdruck – geil.

Und genauso war es für mein Pferd.

Wenn ich ihn reite, mache ich nichts Neues. Ich arbeite alles zuerst vom Boden. Von oben frage ich nur Dinge ab, die er bereits kennt. Unsere Reiteinheiten sind knackig, konzentriert, positiv. Meistens springe ich runter und sage: „Boah, Wahnsinn, wie genial.“ Und dann ist Schluss.

Deshalb freut er sich.

Lernen bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Wenn du lernst, denkst du nicht: Ich lerne jetzt für den Weltuntergang.Du lernst mit der Freude, die Version von dir zu werden, die weiß, was sie tut.

Und genau das ist Entscheidungssicherheit.

Deshalb lese ich mehrere Bücher parallel. Deshalb habe ich Bücher als Audioversion und als Leseversion. Ich nutze Autofahrten. Spaziergänge. Nicht immer als Quality Time, aber als Lernzeit.

Ich lerne nicht aus Angst.

Ich lerne für Klarheit.

Und wo brauchen wir diese Klarheit?Natürlich im Zusammenhang mit unseren Pferden.

Uns geht es allen darum, dass es unseren Pferden gut geht und dass wir Freude mit ihnen haben.

Aber warum sieht man in manchen Ställen nur Probleme?

Ich habe dazu viele Meinungen. Wenn du den Podcast länger hörst, kennst du sie. Für mich liegt vieles an Haltung. An Umgang. An Einordnung.

Und hier kommt wieder meine Tante ins Spiel.

Sie sagt immer:

„We cross the bridge when we come to it.“

Und ich stimme ihr zu.Sich im Vorhinein über alles Sorgen zu machen, hilft niemandem.

Aber für mich ist diese Denkweise ein Luxus.

Denn sie setzt voraus, dass du vorbereitet bist.

Dass du dir Gedanken gemacht hast.Dass du weißt: Gehe ich über die Brücke? Oder nicht?

Im Zuge meines Kurses „Sicher im Akutfall“ habe ich eine Umfrage gemacht. Die häufigste Antwort auf die Frage nach der größten Sorge war:

Dass das Pferd stirbt und man hilflos zuschauen muss.

Ich verstehe diese Sorge.

Ich bin selbst durch diesen Verlust gegangen. Mein erstes Pferd war wie ein großer Bruder für mich.

Aber ich sage dir auch:

Willkommen im Erwachsenenalter.

Du wirst dein Pferd irgendwann in den Tod begleiten.

Das ist unabdingbar.Und je älter du wirst, desto mehr Lebewesen wirst du in den Tod begleiten.

Wenn du davor permanent Angst hast, ist jetzt der Moment, dir Gedanken zu machen.

Denn im Akutfall überfordert uns nicht fehlendes Wissen.Sondern fehlende Klarheit.

Gedankliche Vorbereitung ist keine Schwarzmalerei.Es ist emotionale Immunisierung.

Nimm dir einen Zettel. Überlege dir:

Was willst du für dich?Was willst du für dein Tier?

Klinik – ja oder nein?Operation – ja oder nein?Einschläfern?Natürlicher Verlauf mit Schmerzmitteln?

All das kannst du im Vorhinein klären.

Ich habe mich mit diesem Thema intensiv beschäftigt, eigentlich fast unabsichtlich. Ganz am Anfang meines Podcasts habe ich Interviews mit einer Hundehospiz-Expertin und einer Pferdehospiz-Expertin geführt.

Diese Gespräche haben meine Sicht auf den Tod komplett verändert.

Und ja, ich habe damals gesagt – und es klingt komisch – ich freue mich fast darauf, meine Tiere in den Tod zu begleiten.

Nicht auf den Verlust.

Der wird mir das Herz zerreißen.

Aber ich freue mich auf die Version von mir, die vorbereitet ist.Die weiß, was sie will.Was sie nicht will.

Diese Gespräche haben mir so viel Ruhe gegeben, dass ich später auch meine Familie durch Abschiede begleiten konnte.

Und genau deshalb habe ich „Sicher im Akutfall“ gemacht.Und bewusst niedrig angesetzt.

Weil dieses Wissen jeder braucht, der mit Pferden lebt oder arbeitet.

Es ist kein Dramakurs.

Es geht nicht darum, Angst zu machen.

Es geht darum, vorbereitet zu sein.

Es kann immer passieren, dass sich dein Pferd verletzt.Dass es Kolik bekommt.Dass es stürzt.

Aber wenn du vorbereitet bist, gehst du nicht in Panik.

Ich entferne mich vom Stall-Chit-Chat.Ich arbeite zuerst mit mir selbst.Ich weiß, was ich will.

Wenn ich den Tierarzt anrufe, kann ich klar sagen, was ich brauche.

Oder ich entscheide, noch abzuwarten, zu beobachten, mit Akupressur zu unterstützen.

Nicht aus Ignoranz.Sondern aus Struktur.

Und ich habe das Gefühl, seit ich so handle, habe ich weniger Notfälle.

Vielleicht, weil ich nicht mehr alles als Notfall bewerte.

Klar gibt es Situationen. Mein Pferd konnte einmal nicht aufstehen. Das war ein Notfall.

Aber das war einer in vier Jahren.

„Sicher im Akutfall“ ist ein Kurs der Vorfreude auf dich selbst.

Auf die Version von dir, die ruhig bleibt.Die einordnet.Die weiß: Das ist eine Phase. Das ist ein Problem. Und das hier darf ich in Ruhe lassen.

Nicht für Katastrophendenken.Sondern für Klarheit.

Sicherheit entsteht nicht im Notfall.Sie entsteht vorher.

Wenn dir diese Episode geholfen hat, teile sie gerne mit jemandem, der sein Pferd bewusster begleiten möchte.

Alle aktuellen Angebote findest du in den Shownotes.

Wir hören uns in zwei Wochen.

Alles Liebe,Rubi

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